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cineastenlegitimationskrampf

wenn es einem nicht so schrecklich gut geht, dann kann man als ernsthafte handlungsoption eigentlich nur realitätsflucht betrachten. das kann man mit altbewährtem betreiben: z.b. einer staffel greys anatomy auf dvd. oder mit neuen wegen, einer reise oder einer neuen drogenerfahrung. man kann aber auch einfach sein geld durch den kamin jagen und jeden tag ins kino gehen. und genau das hab ich getan. und wie es sich für einen halbintelektuellen, "humorvollen" studenten gehört, hab ich death proof und den simpsonsfilm als erste besichtigt. die beiden filme treffen sich nicht nur im zielpublikum, dessen exemplarische karrikatur wohl der autor ebenjenen blogs ist. nein auch in der ausgangslage treffen sich die beiden filme. "selbstrefenzielles kino" ist der name für den ansatz, den man erfinden muss, so das noch kein anderer getan hat. eine ausführliche bewertung der filme schenke ich mir an dieser stelle. erstens haben das andere schon besser und eleganter getan, zweitens bin ich auch noch viel zu kinoverorgelt, als das ich dafür genug überblick haben könnte.
nur soviel: die handlung beider filme ist zu vernachlässigen. beide filme leben von den momenten, in denen ihre konzeption aus sich heraus auf die lücke ihrer realisation verweist. heißt nix anderes, als das es nix komischeres gibt, als homer simpson, der in einem itchy und scratchy kinofilm brüllt, das es nix dümmeres gibt, als eintritt für einen film zu bezahlen, den man auch im fernsehen haben könnte. genauso lebt death proof von den momenten, in denen die jukebox läuft, und menschen in schlaghosen ihre handys zücken, um sich sms zu schreiben. auch hier treffen sich die beiden filme. wirklich subtil werden diese lücken nicht gerissen... vielmehr scheint es den doppelten boden der erkenntnis "da stimmt doch was nicht - lustig", der einsicht "das merken aber alle, hab ich mich gerade dafür gefeiert das rausgefunden zu haben?" und abschließend der humorgtränkten legitimation "aber diese offensichtlichkeit ist so dreist, dass sie fast schon wieder selber lustig ist" zu sein, auf die der film angelegt ist. hat den vorteil, das dieser prozess an jeder stelle unterbrochen werden kann, wenn man ein wenig dämlich ist, lustig bleibt es trotzdem.
die schwäche des simpsonsfilms ist es denn auch, dass er mit dieser selbstreferenz offene türen einrennt. niemand macht sich noch ernsthaft sorgen um die brutalisierende wirkung von zeichentrickfilmen. itchy und scratchy wirken in der ballerspieldebatte eben nurnoch niedlich - jeder manga ist brutaler (fußnote: man sollte sich gedanken über selbstreferenzielle ballerspiele machen). da bleibt nur die flucht in die ungebrochene realitätsbeschreibung: greenday sind moralaposteln, schwarzenegger ist dumm, usw.
bei death proof funktioniert das besser: die hommage an den 70er horrorfilm wird vom heutigen horrorfilm gerettet... das wirkt so elegant, das sich die geneigte öffentlichkeit sich nochnichteimal zu schade ist, sich im angesicht eines filmes der zu 99% aus hübschen frauen und autos besteht, die frage, ob es sich dabei um einen "feministischen film" handelt, überhaupt zu stellen. ist er natürlich nicht, aber dazu an anderer stelle mehr, ich hab jetzt besuch...
8.8.07 23:00
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


meret (9.8.07 01:06)
ich umarme sie, herr stalin.
und death proof ist toll.

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